»Road to Joy«

An den Abend, an dem wir uns kennenlernten, erinnere ich mich als wäre es gestern gewesen. Ich weiss noch, wie überfordert ich mich gefühlt habe, wie immer, wenn man mich anspricht und in ein Gespräch verwickelt. Auf einmal standest du vor mir und ich war verloren.

Vom ersten Moment an fühlte ich eine eigentümliche Art von Ruhe, die mir jegliche Furcht nahm. Furcht davor, nicht gut genug zu sein, nicht witzig, eloquent, hübsch genug, oder was zur Hölle auch immer. Wir sassen da, redeten in einem fort aneinander vorbei und waren dennoch ganz beieinander. An jenem Abend fühlte es sich an, als würde sich vor meinen Füssen ein ganzes Universum ergiessen. Das Versprechen von etwas Neuem lag in der Luft.

Aber wie das Leben hin und wieder spielt, hatte der Zauber dieser einen »magischen« Nacht keinen Bestand. Nicht in einer Welt jenseits von Bartresen und biergetränkten Offenbarungen von ansonsten doppelt und dreifach verschlossenen Herzen.

Dennoch bist du noch immer da, in meinen Gedanken. Von Zeit zu Zeit frage ich mich, wie es dir wohl geht, was du tust und ob du glücklich bist. Dann denke ich zurück und ahne, dass du es vermutlich nicht bist. Dafür bist du zu tiefwässrig, zu dunkelbunt, zu tonnenschwerfabelhaft.

Ich bilde mir gerne ein, dass andere merken, wenn man in Gedanken bei ihnen ist. Und so werde ich mich auch weiterhin fragen, wie es dir wohl geht, was du tust und ob es gut für dich ist, wie es ist. Weil ich mich glücklich schätze um all die Menschen, die Spuren hinterlassen haben in meinem Geist, meinem Herzen, meinem Ich. Auch wenn sie am Ende bloss einen Flügelschlag ausmachen, auf meiner Flugreise gen Süden, auf der »Road to Joy« durch dieses bittersüsse Leben.

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