• Was ich eigentlich meine

    Im Nachhinein werde ich erzählen, dass wir uns nie gut verstanden haben. Niemand der uns beide kennt, wird das infrage stellen. Was ich eigentlich meine: wir haben uns nie die Mühe gemacht, einander wirklich kennen zu lernen. Natürlich war da immer ein Bild vom jeweils anderen, aber es blieb ähnlich vage wie meine Vorstellung davon,…

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  • Fehlende Antworten

    Können wir darüber reden, dass es Arten von Sehnsucht gibt, die nicht laut und drängend, sondern auf den ersten, zweiten und manchmal sogar dritten Blick kaum wahrnehmbar sind, aber so beständig flüstern und seufzen, dass sie auf Dauer kein bisschen weniger anstrengend werden? Nein, eigentlich will ich darüber nicht reden. Worüber man redet, klingt real….

  • Alles, was wir nicht sagen

    Vielleicht sollte man mehr nachdenken, mehr sinnieren, mehr schreiben über alles, was wir nicht sagen. All jenes, was nie einen Weg nach draussen findet, eingeschlossen bleibt in geschwiegenen Sekunden, verpassten Antworten, wachen Nächten und unerwiderten Blicken. Schweigen ist eine Sprache, der ich mächtig bin. Womöglich beherrsche sie zu gut. Denkt, fühlt und spricht man zu…

  • Ja, aber

    Ich liege bäuchlings auf dem Fussboden, den Kopf auf meine vor mir zusammengefalteten Hände gestützt und frage mich, ob ich eigentlich Menschen kenne, die Bademäntel tragen. Ich frage mich vieles und noch mehr stelle ich mir vor. Einfach so, ins Blaue hinaus. Ich habe früh bemerkt, dass das Schönste und Mächtigste, was ich besitze –…

  • Nur hier. Nur jetzt.

    Die Wolken scheinen schneller vorüberzuziehen, wann immer wir hier sind. Vielleicht auch, wenn wir woanders sind – bloss, dann weiss ich nichts davon. Sie stehlen sich hinter Schornsteine und an Hausfassaden vorbei, am junigewandeten Abendhimmel, der sich weigert, irgendeine andere Gestalt anzunehmen als kurz nach nachmittagshell und knapp vor eindunkelnd. Nur hier. Nur jetzt. Man…

  • Was ich eigentlich sagen wollte

    Manchmal will ich sie nicht rausschicken und teilen. Manchmal will ich sie für mich behalten. Ungesagt, ungeschrieben, unvollendet. In anderen Fällen würde ich sie so gerne loswerden – jene Worte, die all die Gedanken und Emotionen beschreiben, die ich in mir ziepen und zerren fühle, kitzeln bis schmerzen und die sich viel zu laut anfühlen….

  • Wie es wohl wäre

    Ich pflege in Details zu denken, mich in Nebensächlichkeiten zu verlieren, ein bisschen zu tief zu empfinden. Seit ich mich erinnern kann, versuche ich abzustreifen, was mich im stets mitschwingenden Gefühl der Rastlosigkeit verankert, jener leisen aber bestimmten Ahnung davon, nirgendwo hinzugehören. Ich bleibe an meinen Tagträumen hängen als wären sie dichtes Brombeergestrüpp, staple kiloweise…