Fehlende Antworten

Können wir darüber reden, dass es Arten von Sehnsucht gibt, die nicht laut und drängend, sondern auf den ersten, zweiten und manchmal sogar dritten Blick kaum wahrnehmbar sind, aber so beständig flüstern und seufzen, dass sie auf Dauer kein bisschen weniger anstrengend werden?

Nein, eigentlich will ich darüber nicht reden. Worüber man redet, klingt real. Lieber schmiege ich mich in Gedanken an jene tröstende Kuhle zwischen Schlüsselbein und Halsansatz, die sich vertraut anfühlt – nicht zu nah, nicht zu real, aber gleichwohl echt.

Du sprichst von damals, während ich nicht aufhören kann, an später zu denken. Hin und wieder überkommt mich dabei so etwas wie Hoffnung, dass alles gut werden könnte. Oder anders. In welche Richtung die Zeit auch immer mäandert, Hauptsache sie steht nicht still.

Womöglich sehne ich mich am Ende eines jeden Tages weniger nach verwertbaren Ergebnissen als nach der Überzeugung, tatsächlich da gewesen zu sein. Oder immerhin nicht gänzlich abwesend. Man muss ja nicht immer gleich nach den Sternen greifen.

Fehlende Antworten sind mir hin und wieder die liebsten – so unmöglich sie auch auszuhalten sind. In keinem anderen Moment scheint einem die Welt so unverhofft offen zu stehen wie während Blicken, die nie in Worten münden und dem zeitgleichen Unvermögen wegzuschauen.

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